Lichtspirale mit Sternbild Grosser Wagen

Entwicklung der Huber-Methode

Die Huber-Methode – Vom Ich zum Selbst

Eine gemeinsame Suche nach einem tieferen Verständnis des Menschen

Die Astrologische Psychologie, heute meist als Huber-Methode oder Huber-Astrologie bezeichnet, entstand aus der gemeinsamen Lebensarbeit von **Bruno und Louise Huber**.

Bruno Huber interessierte sich schon in jungen Jahren mit großer Intensität für Astrologie, Psychologie und Philosophie. Gleichzeitig war er von der astrologischen Praxis seiner Zeit zunehmend enttäuscht. Die Deutungen erschienen ihm häufig zu schematisch, zu deterministisch und zu wenig auf den einzelnen Menschen und seine Entwicklung ausgerichtet. Er suchte nach einer Astrologie, die mehr leisten konnte als die Vorhersage von Ereignissen – nach einer Astrologie, die den Menschen in seiner Ganzheit erfassen und seine Entwicklung verständlich machen konnte.

Im Jahr 1952 lernte er Louise kennen, eine Astrologin und Esoterikerin, mit der ihn unmittelbar eine tiefe geistige Verbundenheit verband. Ein Jahr später heirateten die beiden und begannen einen gemeinsamen Weg, der ihr gesamtes weiteres Leben prägen sollte. Sie lebten zunächst in Zürich.

Begegnungen, die den Weg bereiteten

Mitte der 1950er Jahre waren Bruno und Louise Huber mehrere Jahre am Aufbau einer Zweigstelle der **Arkanschule** in Genf beteiligt. Dort vertieften sie ihre Beschäftigung mit den zeitlosen Weisheitslehren und insbesondere mit den Lehren über die Sieben Strahlen, die unter anderem durch Alice A. Bailey einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich geworden waren.

Diese geistige Ausrichtung sollte für die spätere Entwicklung der Astrologischen Psychologie von grundlegender Bedeutung werden.

Der entscheidende Impuls kam jedoch im Jahr 1958. Bruno und Louise Huber wurden an das Institut von **Roberto Assagioli** nach Florenz eingeladen und arbeiteten dort über mehrere Jahre mit. Assagioli war der Begründer der Psychosynthese, einer Psychologie, die den Menschen nicht nur unter dem Gesichtspunkt seiner Persönlichkeit betrachtete, sondern auch seine höheren Entwicklungsmöglichkeiten und sein Streben nach Ganzheit einbezog.

Während dieser Zeit hatte Bruno Huber die Möglichkeit, sich intensiv mit psychologischen Fragestellungen und einer großen Zahl von Horoskopen zu beschäftigen. Er verglich astrologische Konstellationen mit psychologischen Profilen und menschlichen Verhaltensweisen und begann, systematische Zusammenhänge zu erforschen.

Aus dieser Verbindung von **Astrologie, Psychologie und spiritueller Entwicklungslehre** entstand allmählich eine neue Form astrologischen Denkens.

Die Geburt der Astrologischen Psychologie

1963 kehrten Bruno und Louise Huber nach Zürich zurück. Die in Florenz gewonnenen Erkenntnisse entwickelten sie weiter und machten sie ab 1968 in Seminaren und Kursen zugänglich. Daraus entstand das **Institut für Astrologische Psychologie**.

Das Interesse an der neuen Methode wuchs rasch. Die Lehrtätigkeit verbreitete sich zunächst in der Schweiz und in Deutschland, später auch in andere Länder Europas, nach Großbritannien, Spanien, Brasilien und in die USA. Im Laufe der Jahrzehnte wurden Zehntausende Menschen in der Huber-Methode ausgebildet.

Ab 1981 waren Bruno und Louise Huber zudem maßgeblich an der Organisation und Gestaltung der im Dreijahresrhythmus stattfindenden Weltastrologiekonferenzen in der Schweiz beteiligt. Diese Konferenzen wurden zu bedeutenden internationalen Begegnungsorten für Astrologie und astrologische Forschung.

Bruno Huber erlitt 1991 einen Herzinfarkt, arbeitete jedoch weiter. Er starb 1999. Louise Huber führte die Lehrtätigkeit und die Weitergabe der Methode noch viele Jahre fort. Sie verstarb am 13. Januar 2016.

Auch ihr Sohn **Michael Alexander Huber** war an der Weiterentwicklung und Vermittlung der Astrologischen Psychologie beteiligt. Er setzte eigene Schwerpunkte und entwickelte verschiedene spezielle Ansätze innerhalb der Methode weiter. Wie in vielen gewachsenen Lehrsystemen führte die Frage nach Bewahrung und Weiterentwicklung dabei auch zu unterschiedlichen Auffassungen darüber, wie stark sich die ursprüngliche Lehre verändern und neuen Erkenntnissen anpassen sollte.

Astrologie als Werkzeug einer spirituell ausgerichteten Psychologie

Die besondere Eigenart der Huber-Methode lässt sich vielleicht so zusammenfassen:

**Sie ist nicht in erster Linie eine psychologisch gedeutete Astrologie. Sie ist vielmehr eine spirituell ausgerichtete Psychologie, die die Werkzeuge der Astrologie zur Diagnose und zum Verständnis menschlicher Entwicklungsprozesse nutzt.**

Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch auf seinem Weg der Individuation – vom persönlichen, alltäglichen Ich zu einer zunehmend bewussten Persönlichkeit und weiter zu einem tieferen Ausdruck des eigenen Wesenskerns und der Seeleneigenschaft.

Das Horoskop wird dabei nicht als unveränderlicher Plan des Schicksals verstanden. Es wird zu einem Bild der inneren Struktur des Menschen. Es kann sichtbar machen, wie unterschiedliche Persönlichkeitsanteile zusammenwirken, wo Spannungen entstehen, welche Potenziale vorhanden sind und welche Entwicklungsschritte im Leben möglich werden.

Die geistige Grundlage dieser Sichtweise bildet die Verbindung verschiedener Strömungen: astrologisches Wissen, die Psychosynthese Roberto Assagiolis und die spirituellen Weisheitslehren, insbesondere die Lehre von den Sieben Strahlen.

So entsteht eine Astrologie, die den Menschen nicht nur nach seinem Verhalten und seiner Persönlichkeit fragt, sondern nach seiner **Entwicklung**.

**Wer bin ich?**

**Welche Persönlichkeit habe ich entwickelt?**

**Welche tieferen Qualitäten möchte ich zum Ausdruck bringen?**

**Und wie kann aus meinem persönlichen Ich zunehmend ein bewusster Ausdruck meines eigentlichen Wesens werden?**

Auf diesen Fragen gründet die Huber-Methode.

Ihre besondere Stärke liegt dabei in der Verbindung von Theorie und anschaulichen Werkzeugen.

Im Laufe ihrer gemeinsamen Forschungs- und Lehrtätigkeit entwickelten Bruno und Louise Huber eine Reihe von Methoden und Deutungsinstrumenten, die bis heute charakteristisch für die Astrologische Psychologie sind.

Sie machen Entwicklung sichtbar, beschreiben innere Zusammenhänge und helfen, das Horoskop nicht nur als Ansammlung einzelner astrologischer Faktoren zu betrachten, sondern als ein lebendiges und zusammenhängendes Bild.

**Auf den folgenden Seiten werden einige dieser besonderen Werkzeuge und Erkenntnisse der Huber-Methode vorgestellt.**

Louise_und_bruno_huber

Louise_und_bruno_huber

Bild aus https://www.astro.com/astrowiki/de/Huber-Methode